Religion ist immer Geschichten erzählen. Und diese Geschichten sind immer Teil eines ganzen Kosmos von Geschichten Ideen und Bildern. Geschichten die ihre Wurzeln am Beginn der Bewusstwerdung des Menschen haben. Auch die Weihnachtsgeschichte und ihr Tag der 25. Dezember ist in so einen Kosmos aus Geschichten eingebettet. Sie als Märchen, Mythos zu betrachten, entwertet sie nicht, sondern hebt sie hinaus über ihre Profanisierung, die sie in unserer Gesellschaft erleiden musste. Die Bibel als Mythos führt uns hinab in die tiefsten Schichten der menschlichen Existenz. Diese Veranstaltung ist weder für fanatische Dogmatiker noch für fanatische Atheisten geeignet. Es geht um die unvoreingenommene Annäherung an die Poesie des Mythos der zu unserer Seele spricht.

 

"Mythen sind Ausdruck für die Einsicht, daß der Mensch nicht Herr der Welt und seines Lebens ist, daß die Welt, in der er lebt, voller Rätsel und Geheimnisse steckt. Die Mythologie ist der Ausdruck eines bestimmten Verständnisses der menschlichen Existenz. Sie glaubt, daß die Welt und das Leben ihren Grund und ihre Grenze in einer Macht haben, die außerhalb all dessen ist, was wir berechnen und kontrollieren können.", sagte der deutsche Theologe Rudolf Bultmann.
Und weiter: "Das ganze Weltverständnis, das in der Predigt Jesu wie allgemein im Neuen Testament vorausgesetzt wird, ist mythologisch; das heißt: Die Vorstellung der Welt, die in die drei Stockwerke Himmel, Erde und Hölle eingeteilt ist, die Vorstellung, daß übernatürliche Kräfte in den Lauf der Dinge eingreifen, und die Wundervorstellung, insbesondere die, daß übernatürliche Kräfte in das Innenleben der Seele eingreifen, die Vorstellung, daß der Mensch vom Teufel versucht und verdorben und von bösen Geistern besessen werden kann. Dieses Weltbild nennen wir mythologisch.“